Ein leuchtend gelber Haushaltshandschuh, vernäht auf einer Schwarz-Weiß-Fotografie. Ein Lichtobjekt aus Glasfaser und optischen Linsen. Eine geheimnisvolle Maschine aus Eisen und Stahl, durch die goldene Seidenfäden laufen. Die Ausstellung UpArt macht aus Weggeworfenem Kunst – und aus Übersehen Aufmerksamkeit.
Die Textildesignerin Kerstin Römhild nutzt als Medium primär die Fotografie. Ihre Arbeiten zeigen die Schönheit von Alltäglichem als auch von vermeintlich Hässlichem und machen sichtbar, was man normalerweise nicht oder vielleicht mit ganz anderen Augen sieht. Verwitterte Fassaden, Spiegelungen und Schatten besitzen eine eigene faszinierende Ästhetik. Mit Licht und Schatten spielt auch die Serie Vollmondschein. Aus ihr wurden die Textilarbeiten Ich seh´Gelb entwickelt. Gelb als Kontrast- und Signalfarbe zeigt sich im Wechselspiel mit den monochromen Schattenbildern.
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Ulli Heinlein arbeitet nicht nur mit recycelbaren Materialien, sondern bezieht die Betrachter:innen aktiv in ihre Kunstwerke ein. Humorvolle Interaktionen und direkte Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen verbinden kurzweilige Unterhaltung mit inhaltlichem Tiefgang. So begegnet man in der Ausstellung skurrilen Tieren der Moulin-Rouge-Backstage-Gang, die jeweils ein eigenes Lieblingsmusikstück besitzen. Über QR-Codes können Besucher:innen diese individuell zugeordneten Klangwelten anhören und so in einen erweiterten Erlebnisraum aus Bild, Objekt und Ton eintauchen. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Geduldsfadenmaschine, die durch Live-Performances aktiviert wird und das Zusammenspiel von Kunstwerk, Zeit und menschlicher Beteiligung erfahrbar macht.
Ulli Heinlein wurde 1968 in Nürnberg geboren. Nach ihrem Studium bei Prof. Weidlich in Nürnberg setzte sie ihre Ausbildung an der Fachhochschule für Gestaltung in Würzburg fort. In dieser Zeit entstanden erste Videoinstallationen, unter anderem für Steve Reichs „Dis“ sowie für industrielle Kontexte. Anschließend absolvierte sie ihr Studium an der Filmakademie in Ludwigsburg mit dem Schwerpunkt Trickfilm und Animation. Im Zentrum ihres Arbeitens steht das Wiederverwenden von Maschinenteilen, Gefundenem und Aufgehobenem. Ihre Werke richten den Blick stets auf das Wechselspiel zwischen Kunst und Betrachtenden – auf Wahrnehmung, Reflexion und die Frage, wie Kunst im Moment der Begegnung lebendig wird.
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- Vernissage: Freitag, 18. September 2026, 19 Uhr
- Ausstellungsdauer: 18. September bis 11. Oktober
- Öffnungszeiten: samstags, 10:30 bis 12:30, sonntags 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (kvtbb@kv-tbb.de)


Kerstin Römhild: Gelb (links) / Ulli Heinlein: Orbiter (rechts)
