Im knappen silbrig schimmernden Cocktailkleid mit kess geringelten Strümpfen, das Kinn kess nach oben gereckt, völlig unbeeindruckt vom Mann, der sie beobachtend neben ihr steht. So steht sie da, als eines von vielen Weibsbildern, die Michaela Johanne Gräper aus Lindenholz schnitzt und in leuchtenden Farben fasst. Wir zeigen eine Auswahl dieser Frauenfiguren, geschaffen von einer Künstlerin, die eine jahrhundertealte Handwerkstradition nimmt und ihr etwas sehr Eigenwilliges einschreibt. Dazu kommen weitere Arbeiten.
Gräpers Wurzeln liegen in der Oberammergauer Schnitzkunst. 1981 begann sie ihre Ausbildung zur Holzbildhauerin. Es folgten Jahre als Gesellin, bevor sie an der Akademie der Bildenden Künste München Bildhauerei studierte. Seit 1985 arbeitet sie freiberuflich, heute von Burggen im Oberallgäu aus.
Was die Oberammergauer Tradition an bunten Kleinskulpturen kannte, führt Gräper konsequent weiter. Allerdings sind ihre Frauen keine Stereotypen mehr, sondern Individuen mit Geschichte, Haltung und manchmal auch schlechter Laune.
Vernissage:
Freitag, 23. April 2027, 19 Uhr
Ausstellungsdauer:
23. April bis 16. Mai 2027
Öffnungszeiten:
samstags, 10:30 bis 12:30 Uhr
sonntags, 14 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung (kvtbb@kv-tbb.de)
Ort:
Engelsaal, Blumenstr. 5 (hinter dem Rathaus), 97941 Tauberbischofsheim
Der Eintritt ist frei.
